Heizkosten sparen in Ferienwohnungen & Hotels

Das übersehene Kostenleck: Heizen, wenn niemand da ist
In vielen Ferienwohnungen und kleinen Hotels läuft die Heizung auch dann auf normaler Zimmertemperatur, wenn kein Gast anwesend ist, oft über Tage hinweg, ohne dass es jemandem auffällt. Das Ergebnis sind unnötige Heizkosten, die sich über eine gesamte Heizsaison zu erheblichen Beträgen summieren.
Das Problem ist strukturell: Herkömmliche Thermostate kennen keinen Belegungsstatus. Sie heizen nach Zeitplan oder manueller Einstellung, unabhängig davon, ob das Zimmer belegt ist oder nicht.
Die Lösung ist technisch verfügbar, wirtschaftlich sinnvoll und lässt sich ohne bauliche Maßnahmen nachrüsten.
Was Heizen in der Praxis kostet: Konkrete Zahlen
Der Wärmebedarf eines Gebäudes hängt stark vom Baujahr und Dämmstandard ab. Die Unterschiede sind enorm:
| Gebäudetyp | Jahreswärmebedarf je m² | Heizkosten je m² (Gas, ~0,11 €/kWh) |
|---|---|---|
| Neubau / KfW-Effizienzhaus | 30–50 kWh | 3,30–5,50 € |
| Bestand ab Baujahr 2000 | 80–120 kWh | 8,80–13,20 € |
| Altbau 1970er–1990er | 150–220 kWh | 16,50–24,20 € |
| Unsanierter Altbau vor 1970 | 200–350 kWh | 22,00–38,50 € |
Quelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Bundesnetzagentur; Gaspreis Orientierungswert 2025/2026
Ein konkretes Beispiel: Eine 70 m² Ferienwohnung in einem typischen Altbau aus den 1970ern verbraucht pro Jahr rund 14.000 kWh Wärme. Bei einem Gaspreis von 0,11 Euro je kWh entstehen Jahresheizkosten von ca. 1.540 Euro. In schlecht isolierten Gebäuden mit ungünstiger Lage sind 2.000 bis 2.800 Euro keine Ausnahme.
Das Belegungs-Problem
Der entscheidende Punkt: Im Gegensatz zu einer selbst bewohnten Wohnung steht eine Ferienwohnung oder ein Hotelzimmer einen erheblichen Teil des Jahres leer, besonders außerhalb der Hochsaison.
Typische Belegungsraten in der Heizsaison (Oktober bis März):
- Durchschnittliche Ferienimmobilie: 40–60 % Auslastung, je nach Lage und Vermarktung
- Heizsaison: ca. 180 Tage
- Davon unbelegte Tage: oft 72–108 Tage pro Wohnung
Faustregel aus der Gebäudetechnik: Jedes Grad Temperaturabsenkung spart rund 6 % Heizenergie in diesem Raum. Eine Absenkung von 21 °C auf 15 °C in leerstehenden Zimmern entspricht also einer Einsparung von rund 36 %.
Bezogen auf das Altbau-Beispiel oben:
- 50 % der Heizsaison unbelegt
- Absenkung um 6 Grad = ~36 % weniger Verbrauch in dieser Zeit
- Potenzielle jährliche Einsparung: ca. 280–500 Euro je Wohnung
Bei einem Betrieb mit fünf Wohnungen sprechen wir schnell von 1.400 bis 2.500 Euro im Jahr, die heute einfach so durch den Kamin gehen.
Die Lösung: Belegungsbasierte Heizsteuerung mit ILOCA
ILOCA kennt den Belegungsstatus jedes Zimmers und jeder Wohnung in Echtzeit. Diese Information wird vollautomatisch an kompatible smarte Heizkörperthermostate weitergegeben.
Das Prinzip:
- Zimmer frei → Absenktemperatur (z. B. 15 °C, kein Einfrieren, kein Verschwenden)
- Zimmer gebucht → Komfortemperatur (z. B. 21 °C, rechtzeitig vor Ankunft des Gastes)
Kein manuelles Eingreifen, keine vergessenen Einstellungen, kein Energieverschwendung.
Wie der Ablauf konkret aussieht
Angenommen, ein Gast bucht am Montag eine Wohnung für Freitag ab 15:00 Uhr. ILOCA erkennt diese Buchung sofort. Je nach deiner Einstellung beginnt das System z. B. 90 Minuten vor dem Check-in mit dem Aufheizen, also um 13:30 Uhr. Der Gast kommt in ein angenehm temperiertes Zuhause auf Zeit, ohne dass die Heizung die ganze Woche unnötig gelaufen ist.
Nach dem Check-out? Automatisch zurück auf Absenktemperatur.
Last-Minute-Buchungen sind kein Problem: Heizkörper bringen einen Raum typischerweise in 20–40 Minuten auf Komforttemperatur. Damit ist selbst eine kurzfristige Buchung für heute Abend problemlos abgedeckt, ganz im Gegensatz zur Fußbodenheizung (dazu später mehr).
Was du einstellen kannst
In ILOCA sind für jede Unterkunft und Heizgruppe folgende Parameter konfigurierbar:
- Komfortemperatur: Die Zieltemperatur wenn ein Gast eingecheckt ist (z. B. 21 °C)
- Absenktemperatur: Die Temperatur in unbelegten Zeiträumen (z. B. 15 °C)
- Vorlaufzeit: Wie viele Minuten vor dem Check-in soll das System mit dem Aufheizen beginnen? (z. B. 60–120 Minuten)
Kompatible Hardware: Homematic IP und tado° X
ILOCA unterstützt smarte Heizkörperthermostate von zwei führenden Herstellern. Beide sind erprobt, zuverlässig und explizit für den Nachrüst-Einsatz in Bestandsgebäuden konzipiert.
Homematic IP
Homematic IP ist ein deutsches Smart-Home-System, das auf maximale Zuverlässigkeit und Datenschutz setzt. Die Geräte kommunizieren über ein eigenes verschlüsseltes Funksystem (868 MHz), das unabhängig von deinem WLAN ist. Einmalig benötigst du einen Homematic IP Access Point als Basisstation.
Stärken:
- Kommunikation unabhängig vom WLAN, sehr störungsarm
- Lokale Steuerung auch bei Internetausfall
- Großes Ökosystem: externe Fenster-Kontaktsensoren, Wandthermostate, Türsensoren
- Datenschutz: lokale Datenhaltung möglich, Made in Germany
- Günstiger Einstieg bei mehreren Wohnungen (ein Access Point für viele Geräte)
Empfohlene Geräte:
- HmIP-eTRV-B: Heizkörperthermostat inkl. integrierter Fenster-offen-Erkennung, ca. 25–30 € pro Stück (im Set meist günstiger)
- Homematic IP Access Point: Basisstation (einmalig), ca. 45–60 €
tado° X
tado° ist ein europäisches Smart-Home-Unternehmen mit Fokus auf einfache Installation und hervorragende App-Bedienbarkeit. Die Thermostate werden über eine Internet Bridge (im Starter Kit enthalten) verbunden und sind bei zahlreichen Handelspartnern erhältlich.
Stärken:
- Sehr einfache Montage, in der Regel ohne Werkzeug
- Intuitive App mit automatischem Regelungsassistenten
- Kompatibel mit einer Vielzahl von Heizkörperventiltypen
- Fenster-offen-Erkennung per integriertem Temperatursensor
- Gute Erfahrung auch ohne technische Vorkenntnisse
Empfohlene Geräte:
- tado° Smartes Heizkörperthermostat X: ca. 50–65 € (Einzelgerät)
- tado° X Starter-Kit: mit Bridge X, ab ca. 50 €
- Jedes weitere Gerät (Erweiterung): ca. 53–55 €/Stück
Vergleich auf einen Blick
| Merkmal | Homematic IP | tado° X |
|---|---|---|
| Preis pro Thermostat | ~25–30 € | ~53–55 € |
| Basisstation (einmalig) | Access Point, ~50 € | Bridge X (im Starter-Kit) |
| Verbindung | Eigenes Funk-Protokoll (868 MHz) | WLAN / Internet Bridge |
| Offline-Betrieb | Ja (Grundfunktionen) | Eingeschränkt |
| Fenster-offen-Erkennung | Extern (Sensor) oder integriert (eTRV-B) | Integriert (Temp.-Sensor) |
| Datenschutz | Cloud-basiert, europ. Anbieter | Cloud-basiert, europ. Anbieter |
| Ideal für | Mehrere Wohnungen | Einzelne Einheiten |
| ILOCA-kompatibel | ✓ | ✓ |
Weitere Features, die noch mehr Kosten sparen
Heizgruppen: Raum für Raum optimieren
Pro Wohnung lassen sich in ILOCA mehrere Heizgruppen anlegen. Jeder Raum (Wohnzimmer, Schlafzimmer, Badezimmer, Flur) kann eine eigene Gruppe bilden. Das hat konkrete Vorteile:
- Individuelle Temperatur je Raum (Schlafzimmer kühler, Badezimmer wärmer)
- Gezielte Reaktion auf Sensormeldungen, z. B. nur im betroffenen Raum absenken
- Feinere Steuerung bei Wohnungen mit mehreren Zimmern
Fenster-offen-Erkennung: Automatisch reagieren
Ein offenes Fenster in einer geheizten Wohnung kostet schnell 0,50 bis 1,00 Euro pro Stunde. Vergisst eine Reinigungskraft nach der Endreinigung das Fenster zu schließen, kann das bei einer vierstündigen Putzpause mehrere Euro unnötige Heizkosten bedeuten.
Bei einem erkannten geöffneten Fenster wird nur die betroffene Heizgruppe automatisch abgesenkt; die anderen Räume heizen normal weiter. Sobald das Fenster wieder geschlossen ist, nimmt der Thermostat die vorherige Temperatur wieder auf.
Die integrierte Temperatursensormethode (tado° X und eTRV-B) erkennt das Fenster anhand des schnellen Temperaturabfalls. Wer noch zuverlässigere Ergebnisse möchte, kombiniert das mit einem externen Fenster-Kontaktsensor. Dieser reagiert sofort beim Öffnen, ohne auf den Temperatursensor angewiesen zu sein.
Bediensperre: Du entscheidest, was der Gast darf
ILOCA ermöglicht eine konfigurierbare Bediensperre am Thermostat:
- Bediensperre aktiv: Die eingestellte Komfortemperatur bleibt konstant. Gäste können die Temperatur nicht eigenmächtig auf 28 °C drehen. Kein überhitztes Zimmer, keine unkontrollierbaren Heizkosten.
- Bediensperre inaktiv: Gäste können die Temperatur nach ihren Wünschen anpassen, solange sie eingecheckt sind.
Gerade in Betrieben mit mehreren gleichartigen Zimmern oder standardisierten Angeboten ist die Bediensperre ein wirkungsvolles Mittel, um Kostentreiber zu vermeiden.
Tagespläne aus den Hersteller-Apps
Sowohl Homematic IP als auch tado° X erlauben es, in der jeweiligen App eigene Heizpläne zu hinterlegen, zum Beispiel tagsüber 21 °C, nachts 18 °C.
ILOCA respektiert diese Pläne, aber mit einer wichtigen Einschränkung: Nur wenn ein Gast eingecheckt ist. Steht die Wohnung leer, übernimmt ILOCA die Kontrolle und hält die konfigurierte Absenktemperatur aufrecht, unabhängig davon, was in der Hersteller-App eingestellt wäre. Das schützt dich vor ungewolltem Aufheizen durch hinterlegte Pläne in leerstehenden Zimmern.
Warum es in Altbauten am besten funktioniert
Diese Lösung entfaltet ihr volles Potenzial genau dort, wo das Problem am dringlichsten ist: in schlecht isolierten Altbauten mit klassischen Heizkörpern.
In gut gedämmten Neubauten sind die Heizkosten schon so niedrig, dass smarte Thermostate einen geringeren absoluten Unterschied machen. Ein Altbau aus den 1960ern hingegen verliert pro Stunde viel mehr Wärme an die Außenwand; genau diese Energie wird eingespart, wenn niemand da ist.
Dazu kommt: Heizkörper reagieren schnell. In 20–40 Minuten ist ein Zimmer von 15 °C auf 21 °C gebracht. Das macht die Technologie auch für Last-Minute-Buchungen zuverlässig nutzbar.
Wichtiger Hinweis: Fußbodenheizung funktioniert nicht
Bevor du investierst, ein klarer Hinweis: Diese Lösung ist nicht für Fußbodenheizungen geeignet.
Fußbodenheizungen sind sogenannte Niedertemperatursysteme. Sie erwärmen den Estrich langsam und gleichmäßig. Bei vollständiger Auskühlung brauchen sie 4 bis 8 Stunden, um ein Zimmer von Absenk- auf Komforttemperatur zu bringen.
Das macht die belegungsbasierte Steuerung unpraktikabel. Eine Last-Minute-Buchung für heute Abend lässt sich mit Fußbodenheizung nicht rechtzeitig auf Komforttemperatur bringen.
Fußbodenheizungen arbeiten am effizientesten bei einer konstanten, niedrigen Vorlauftemperatur, nicht bei starken Absenkungen und kurzen Aufheizphasen. Für diese Systeme eignet sich eine klassische, zeitgesteuerte Wochenprogrammierung besser.
Kurzformel:
- ✓ Heizkörper (Radiatoren): Perfekt geeignet
- ✓ Altbau, Bestandsgebäude: Ideal
- ✗ Fußbodenheizung: Nicht empfehlenswert
Was das konkret bedeutet: Die Zahlen im Überblick
| Szenario | Investition | Jährl. Einsparung (geschätzt) | Amortisation |
|---|---|---|---|
| 1 Wohnung, 4 Thermostate | ~160 € | 280–500 € | 4–7 Monate |
| 3 Wohnungen, 12 Thermostate | ~390 € | 840–1.500 € | 3–6 Monate |
| 5 Wohnungen, 20 Thermostate | ~610 € | 1.400–2.500 € | 3–6 Monate |
| 10 Wohnungen, 40 Thermostate | ~1.170 € | 2.750–5.000 € | 3–5 Monate |
Annahmen: Altbau 1970er, Gas, ~0,11 €/kWh, 70 m² je Wohnung, 40–60 % Auslastung in der Heizsaison. Die Einsparungen sind Orientierungswerte. Das tatsächliche Ergebnis hängt von Gebäude, Lage, Belegung und Energiepreisen ab.
Hinzu kommt: Bei mehreren Wohnungen im gleichen Gebäude kann eine Basisstation für alle Thermostate genutzt werden. Die Fixkosten für die Hardware sinken damit weiter.
Fazit
Smarte Heizkörperthermostate, automatisch gesteuert durch ILOCA, sind eine der wenigen Maßnahmen im Unterkunftsbetrieb, die sich so schnell rechnen.
Die Einrichtung ist unkompliziert, die Hardware günstig und die Wirkung in Altbauten und Gebäuden mit schlechter Dämmung sofort spürbar, in der Nebensaison ebenso wie im Winter.
Wer heute noch jeden Morgen manuell die Heizung kontrolliert oder es schlicht vergisst, verschenkt Monat für Monat Geld, das kein Gast ausgleicht.
Mit ILOCA läuft die Heizungssteuerung vollautomatisch. Du konfigurierst einmal Komfort- und Absenktemperatur sowie die Vorlaufzeit; das System übernimmt den Rest, 365 Tage im Jahr, für jede Wohnung, für jedes Zimmer.